Genealogie
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Was ist Genealogie und Ahnenforschung ?
Wer den Begriff Genealogie hört, hat sicher keine wirkliche Vorstellung, um was es sich bei dieser Wissenschaft handelt. Allerdings versteckt sich in dem Begriff selbst bereits ein Hinweis auf das Aufgabengebiet. Genealogie leitet sich vom griechischen Wortpaar für Abstammungslehre ab und beschäftigt sich mit der Erforschung von Zusammenhängen zwischen der Abstammung von einzelnen Individuen oder Arten. Sie darf in dieser Form aber nicht mit der Genetik verwechselt werden, die zwar einen sehr ähnlich lautenden Forschungsschwerpunkt beinhaltet, aber deutlich andere Methoden benutzt. Die Genealogie ist vielen wahrscheinlich unter dem Begriff der Ahnenforschung eher bekannt und hat vor allem in früheren Zeiten eine sehr wichtige Rolle gespielt. Heute betreiben viele Genealogen und Ahnenforscher die Suche nach ihren Wurzeln eher als Hobby und Interesse am Leben der früheren Generationen. Schon lange bestimmt die Herkunft nicht mehr über die Stellung innerhalb der Gesellschaft, so wie noch vor 100 Jahren.
Lange Zeit galten die Ahnentafel und der Stammbaum als entscheidendes Kriterium für den gesellschaftlichen Aufstieg. Nur einem sehr engen Personenkreis war es vergönnt, in wirklich entscheidende Positionen zu gelangen. Und die Entscheidung darüber trafen meist die Vorfahren. Wer aus edlem Hause stammte, bekleidete ein öffentliches Amt. Aus diesem Grund spielte die Ahnenforschung in der Zeit deutscher Könige, Fürsten und des Kaisers eine herausragende Rolle. Aber der Ursprung der Genealogie liegt bereits viel früher verborgen. In den Hochkulturen der Antike wurde die Herrschaft über ein Volk meist in gerade Linie an die direkten Nachfahren weitergegeben. Wichtigste Voraussetzung waren daher die verwandtschaftlichen Beziehungen untereinander. Hier liegen die Wurzeln der modernen Ahnenforschung, die bis weit ins 20. Jahrhundert eine bedeutende Rolle spielen sollte.
Erst die Herrschaft der Nazi-Diktatur und Adolf Hitlers sollte der Genealogie einen herben Schlag versetzen. Die Ideen und Theorien der Abstammungslehrer wurden in verbrecherischer Art und Weise als politisches Instrument missbraucht. Die Folge war der Tod abertausender Menschen, die dem rassischen Bild der Naziclique um Hitler nicht entsprachen und deshalb als lebensunwert galten. Viele Ahnenforscher haben aufgrund ihrer eigenen Naivität den Nazis in die Hände gespielt. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges hatte sich das Bild der Genealogie und Ahnenforschung grundlegend verändert. Bedeutende Impulse kamen in den nächsten Jahrzehnten nur aus dem Ausland. In Deutschland stand die Ahnenforschung vor dem politischen Aus und brauchte Jahre, um sich von diesem Schlag wieder zu erholen. Dabei beschäftigt sich die Genealogie auch mit der verwandtschaftlichen Beziehung von Tierarten untereinander und ist für die Zucht von entscheidender Bedeutung. Und ein weiteres Teilgebiet umfasst die Namensforschung und Heraldik, womit die Erforschung der Geschichte von Wappen und den Insignien historischer oder noch bestehender Herrschaftshäuser gemeint ist. Gerade in den letzten Jahren erlebt die Ahnenforschung einen neuen Aufschwung, wie verschiedene Sendungen zum Thema in Funk und Fernsehen beweisen.