Ahnenforschung

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Wer sich für Geschichte zu interessieren beginnt, beginnt häufig mit der Geschichte seiner eigenen Familie. Und genau dies bezeichnet man als Ahnenforschung. Es ist die Erforschung des eigenen Stammbaums und der Geschichte der Familie. Ahnenforschung ist übrigens auch eine wissenschaftliche Disziplin, mit der sich bei weitem nicht nur Laien befassen.

In der Ahnenforschung kann man viele interessante Dinge entdecken und erfahren, die man sonst gar nicht gewusst hätte. Auch kann ein Interessierter sich damit befassen, ob es tatsächlich eine reiche Erbtante in Amerika oder einen reichen Erbonkel in Brasilien gibt.
Ahnenforschung ist immer ein langer Weg, meist weit in die Vergangenheit hinein. So werden nicht nur die letzten Jahrzehnte erforscht, sondern die letzten Jahrhunderte, in denen Menschen gelebt haben und Familiengeschichte geschrieben wurde. Oft werden dabei verwandtschaftliche Verbindungen und Bindungen offenbar, von denen keiner wusste und an die niemals jemand gedacht hätte.
Mit der Ahnenforschung als Mittel kann eine Familie auch ihren eigenen Stammbaum erforschen, entdecken und aufzeichnen. Und dabei vielleicht sogar herausfinden, dass es zu früheren Zeiten sogar ein Familienwappen gab, das in Form eines Siegels auf Briefe gestempelt wurde. Aber man kann durch die Ahnenforschung noch mehr tun als nur die eigene Familie entdecken, die Suche kann ausweitet werden auf eine ganze Region oder einen ganzen Landstrich.

Was unterscheidet die Ahnenforschung von der Namensforschung?
Manchmal ist es recht verwirrend, wenn die Begriffe Ahnenforschung und Namensforschung fast in einem Atemzug genannt werden. Dabei sind es zwei unterschiedliche wissenschaftliche Disziplinen, die zwar manchmal miteinander zu tun haben, die aber dennoch zwei ganz unterschiedliche Gebiete erforschen. So haben Namen zwar viel mit der Ahnenforschung zu tun und die Erforschung der Ahnen viel mit Namenssuche, aber letztlich bleiben beide Gebiete getrennt voneinander und gehen ihren eigenen wissenschaftlichen Weg. So ist ein Sachverständiger aus dem Gebiet der Namensforschung nicht unbedingt der richtige Ansprechpartner bei Fragen, welche die Ahnenforschung betreffen und umgekehrt ist der Fachmann für die Ahnenforschung nur selten der richtige Ansprechpartner in Bezug auf die Namensforschung.
Während sich die Namensforschung mit der Erforschung der Entstehung und Bedeutung von Vornamen, Nachnamen, Doppelnamen, Ortsnamen, Tiernamen und so weiter befasst, geht es bei der Ahnenforschung um Familien- und landesgeschichtliche Bereiche. Die Ahnenforschung führt für einen privaten Liebhaber meist zur Erforschung des eigenen Stammbaums mit allen möglichen Verstrickungen, die manchmal keiner für möglich gehalten hätte. So übt die Ahnenforschung einen hohen Reiz aus und ist fast wie eine Art Puzzle oder auch Mosaik, in der Stück für Stück und Steinchen für Steinchen zusammengesetzt werden zu einem Gesamtbild.

Wie finde ich die richtigen Quellen bei der Ahnenforschung?

Die richtigen Quellen zu finden, egal bei welcher geschichtlichen Forschung, ist manchmal gar nicht so einfach. Umso schwieriger ist dies manchmal bei der Ahnenforschung, da nicht zu jeder Familie gleich viel gute Informationen vorliegen, die Lücken schließen können in Bezug auf die Erforschung des eigenen Stammbaums. Deshalb ist es auch wichtig, jede Quelle aus zu schließen, die nicht wichtig ist. Gerade als Laie erkennt man meist sehr spät, wie unbedeutend eine Quelle ist, nachdem man sich lange an ihr saß und sieht stattdessen nicht, wie bedeutend eine andere sein kann, die auf den ersten Blick recht unbedeutend und unwichtig erschienen ist.
Quellen sind deshalb das A und O der Ahnenforschung, ohne Quellen gibt es keine Ahnenforschung, doch manchmal sind diese auch so sehr verwirrend, dass man in Sackgassen gerät und dann fast schon aufgeben möchte. Aber gerade als Anfänger im Bereich der Ahnenforschung sollte man hier nicht aufgeben und weiter machen. Es gibt für viele kaum eine spannendere Angelegenheit als die Erforschung der eigenen Familie, des eigenen Stammbaums, der eigenen Ahnen und ihrer Geschichte und Geschichten. Denn wenn man dann erstmal die richtigen Pfade entdeckt hat, wird es spannender und spannender.

Ahnenforschung via Internet?
Die Ahnenforschung via Internet scheint einem regelrechten Boom verfallen zu sein. Webseiten zum Thema Ahnenforschung und Stammbaumerstellung sprießen aus allen Ecken und Enden hervor. Hier ist jedoch auch Vorsicht geboten. Nicht jeder dieser Seiten meint es gut mit ihren Besucher und manchen kommt am Ende der Besuch einer solchen Seite teuer zu stehen, da versteckte Abonnements und versteckte Verträge lauern, die viel Geld kosten können.
Aber neben dem Forschen in Büchern ist die Ahnenforschung via Internet vielleicht am einfachsten, da hier meist viele Quellen vorhanden sind. Doch man sollte nicht nur den eigenen Namen in einer der Suchmaschinen eingeben, sondern mehrere Varianten ausprobieren. Beispiel: I auch mal als Y schreiben, ein E auch mal als A schreiben, ein Sch als Ch oder Sc schreiben, ein Müller wird auch gerne mal als Mueller oder nur Muller geschrieben. Die verschiedenen Namensvariationen führen meist zu wesentlich mehr Quellen als nur der reine eingegebene Name. Auch die Angabe des Geburtsortes, insofern man diesen weiß von seinen Ahnen, kann sehr hilfreich sein, um weitere Informationen zu erhalten. Und die zweiten Vornamen können auch mehr Ergebnisse bringen, unter denen auch gute Quellen zu finden sein können, deshalb sollte man gleich die verschiedenen Richtungen und Möglichkeiten ausprobieren.

Stammbaumforschung = Ahnenforschung?
Die Verwirrung der Begriffe. Stammbaumforschung, Ahnenforschung, ja was denn nun? Vom Prinzip her ist beides das gleiche, wird nur unterschiedlich benannt. Die Stammbaumforschung widmet sich meist der Erstellung von Familienstammbäumen, während die Ahnenforschung meist weniger in die Verzweigungen des Stammbaums selbst hingeht sondern eher in die Richtung Vergangenheit. Es sei denn, man begegnet bei der Quellensuche Verwandten, die berühmt waren und deren familiäre Zusammenhänge mit der eigenen Familie durch und durch beleuchtet werden möchten.
Doch egal, wie man die Forschung nun nennen mag, ob Stammbaumforschung oder Ahnenforschung, es sind interessante Gebiete, und die Geschichte und die Menschen, die dahinter stecken, erzählen mehr, als manche erfundenen Bücher es je tun könnten.
Wer auf der Suche ist nach der Geschichte seiner Familie oder der Geschichte der Familie seiner Partnerin oder seines Partners, wird in viele Sackgassen gelangen und das Gefühl haben, nicht mehr weiter zu kommen. Hierbei sollte man jedoch nicht aufhören. Niederlagen gehören zu jedem Forschungsgebiet dazu, auch zur Ahnenforschung. Denn gerade dann sollte man erst recht weitermachen, denn hinter der nächsten Biegung lauern plötzlich vielleicht derart interessante Entdeckungen, die einen die ganzen Sackgassen vergessen lassen und zeigen, dass die Mühen mehr als wert waren, die man auf dem ganzen Weg erbracht hat.

Alle verwandten Namen auch gleichzeitig Verwandte?
„Der hat den gleichen Namen wie ich, ist der mit mir verwandt?“, diese Frage stellen sich vor allem jene Menschen, die keinen gängigen Nachnamen haben. Oft zeigt sich dabei jedoch, dass nicht jeder, der den gleichen Namen wie man selbst trägt, auch mit einem verwandt sein muss. Nicht mal um viele Ecken möglicherweise, wenn es einem auch so erscheinen mag. Gerade nach dem zweiten Weltkrieg kam es vielerorts im ganzen Deutschland zu der Suche nach Verwandten und Familienmitgliedern. Dabei hat sich dann oft herausgestellt, dass der Mensch, den man entdeckt hat, zwar den gleichen oder ähnlichen Nachnamen trägt, aber dennoch nicht mit einem selbst verwandt ist. Natürlich gab es zu jenen Tagen wesentlich weniger Quellen als heute, auch gab es damals nicht das Internet, über das ein sehr viel mehr an Nachforschung und Ahnenforschung möglich ist als es früher der Fall war. So kann jedoch ein Mensch mit in den Stammbaum hineinspielen, dessen Name ganz anders ist als der eigene, der aber dennoch eine wichtige Rolle innehat in der Ahnentafel der Familie. Dies ist immer zu beachten, nicht jeder ist verwandt, aber es gibt viele Verwandte, von denen man nichts ahnt und noch nie etwas gehört hat.

Genealogie und ihre unterschiedlichen Bereiche
Die Genealogie als Wissenschaft arbeitet mit unterschiedlichen Hilfsmitteln. Das eine sind Datenbanken der verschiedensten Arten. Da gibt es Todesanzeigen und Geburtsanzeigen, Anzeigen in Zeitungen zu Hochzeiten und zu Jubiläen. Auch arbeitet die Genealogie mit einer Vielzahl verschiedener Lexika, zum Beispiel von bestimmten Orten und Regionen, aber auch mit Lexika zur Namensherkunft und der Bedeutung von Namen. Auch gibt es schon fertig erstellte Stammbäume und Ahnenlisten, die bei der Ahnenforschung immer wieder aufs Neue zu Rate gezogen werden. Gerade bei prominenten Persönlichkeiten kann dies zu noch mehr Informationen führen, die vorher nicht bekannt waren.
Und auch mit Literaturdatenbanken wird im Bereich der Genealogie gearbeitet. Vieles ist niedergelegt in Büchern, die heute zwar längst nicht mehr gelesen werden, gerade aus geschichtlichen Randbereichen, die aber im Bereich der Ahnenforschung ein wesentliches und unverzichtbares Hilfsmittel darstellen.
Es gibt übrigens auch im Bereich der Ahnenforschung eine Vielzahl von Mailinglisten, auf denen sich Forscher, aber auch Laien über Ergebnisse, ihre Suchen und ihre Quellen austauschen. Gerade Einsteiger auf dem Gebiet der Ahnenforschung können hier schon im Vorfeld viele Dinge finden, auf die sie sonst erst nach langer Suche gestoßen wären. Auch unnütze und sogar unseriöse Quellen können so gefunden und gleich ausgeschlossen werden bei der eigenen Forschungsreise.

Welche unterschiedlichen Möglichkeiten der Datenbanksuche gibt es?
Datenbanken gibt es wie Sand am Meer. Auch im Internet und gerade im Bereich der Ahnenforschung. Wie erkennt man jedoch die richtigen und guten Quellen? Ein Hilfsmittel ist die Teilnahme an einer der vielen Mailinglisten, die es zum Thema Ahnenforschung gibt. Andere Quellen findet man in alten Kirchenbüchern aus dem Geburtsort, sofern diese noch erhalten sind und nicht dem Zahn der Zeit oder der Zerstörung durch Kriege, Brände oder gar Naturkatastrophen preisgeben waren.
Doch es gibt gerade im Bereich der Ahnenforschung noch viele anderen Datenbanken, man muss sich nur trauen und Querbegriffe einzugeben bei den verschiedenen Suchmaschinen. So kann der Nachname mit Heirat oder Geburtsort verbunden ganz neue Ergebnisse bringen. Auch das Stöbern in alten Zeitschriften, was in Bibliotheken geht, jedoch teilweise auch im Internet möglich ist, kann ganz neue Erkenntnisse über die eigene Familiengeschichte oder die Familie bringen, über deren Ahnengeschichte man gerade forscht.
Datenbanken sind zum Teil nur für Wissenschaftler nutzbar, man kann sie jedoch auch als Laie benutzen, zum Beispiel bei ernsthaftem Interesse in bestimmten Instituten. Nur selten wird einem hier ein Riegel vorgeschoben, da gerade die Suche das ist, was die Ahnenforschung am Leben erhält. Und nicht selten hat ein Laie noch Hinweise, die entscheidend sind, die aber vorher kein Wissenschaftler gekannt hatte.

Familiengeschichtsforschung eine Wissenschaft?
Wer denkt, die Familiengeschichtsforschung, die Genealogie, sei nur ein Steckenpferd einiger weniger Laien, der hat sich sehr geirrt. Die wissenschaftliche Tradition der Ahnenforschung reicht sehr weit zurück, und schon früh in der schriftlich belegten Menschheitsgeschichte haben die Menschen damit angefangen, ihren Stammbaum auf zu zeichnen.
Manchmal hat die Ahnenforschung ein wenig etwas von Sherlock Holmes spielen. Da werden Puzzleteile – zum Teil sogar sehr mühsam – zusammengesetzt. Da werden Informationen aus allen möglichen Richtungen und Quellen zusammengetragen, bis man ein wenig weiterkommt auf dem Weg zur Erforschung eines bestimmten Stammbaums. Gerade aus früheren Jahrhunderten sind viele Dokumente nicht mehr erhalten oder schon lange verschollen. Sherlock Holmes war jener gute Detektiv, der mitsamt seinem Freund Dr. Watson viele mysteriöse Mordfälle aufgeklärt hat. Die Ahnenforschung ist vom Sinn her nichts Anderes. Auch wenn hier die Mordfälle sicher weniger sind, so geht es doch um das Zusammentragen von kleinen und zum Teil sogar winzigen Details, um diese zu einem Gesamtbild zusammen zu fügen. Und das Ergebnis, der Lohn, ist dann ein Stammbaum, eine Ahnentafel, das Wissen um Geschichte und Tradition. Und das Erwachen immer wieder neuer Leidenschaft, weiter zu forschen, weiter nach kleinen Hinweisen zu suchen, um noch mehr Details hinzufügen zu können zu dem Stammbaum seiner eigenen Familiengeschichte.

Stammbäume und Ahnentafeln
Ein Stammbaum, eine Ahnentafel, und das im eigenen Wohnzimmer, das ist es, was viele Menschen haben möchten. Und doch trauen sie sich nicht so recht an das Thema Ahnenforschung heran, weil sie denken, dies ist nur etwas für Wissenschaftler, nicht aber für einen Laien, der dies nur als Hobby betreiben möchte. Dabei wird übersehen, dass auch die Wissenschaften immer wieder von denen auch leben, die nicht ganz ihr Herz der Wissenschaft verschrieben haben und deshalb eher unverblümten Herzens an manche Informationen gehen können, die manchem Forscher verschlossen bleiben, weil er sie einfach übersieht.
Denn wer sich wirklich interessiert für dieses Gebiet, und es als Steckenpferd ansieht, der dreht manchmal jeden Stein um bei seinen Nachforschungen, auch Steine, die vermeintlich uninteressant aussehen. Viele Entdeckungen werden dabei gemacht, neue Pfade in Stammbäumen werden entdeckt. Und die Zahl der Ahnenforscher, die aus Leidenschaft aber als Amateure auf diesem Gebiet unterwegs sind, ist sehr groß, nicht nur im deutschsprachigen Raum, sondern auf der ganzen Welt. Und man kann diese „Laienforscher“ überall finden im Internet, auf Mailinglisten, in Groups, in spezifischen Foren. Die Suche nach Gleichgesinnten lohnt sich, denn neben den freundschaftlichen Banden, die geknüpft werden können, wird auch der Austausch von guten Quellen wird dabei rege praktiziert.